Scouting Sunrise 01.08.2007

 

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Unser „Scouting Sunrise“ in Hellenthal

Auch wir wollten mit unserem Stamm einen Teil zum Scouting Sunrise beitragen. Somit luden wir alle Kinder und auch einige Ehemalige zu einem gemütlichen Abend mit Übernachtung auf unser Pfadfindergrundstück ein.

Beginnen sollte es am 31. Juli um 20.00 Uhr. Pünktlich fanden sich auch viele Kinder ein, gemeinsam sammelten wir Holz, um uns ein schönes Lagerfeuer zu entfachen, das uns später Licht und Wärme aber vorher noch genug Glut zum Grillen bringen sollte. Zwischen dem ganzen Treiben entwickelte sich in meinen Augen schon eine besondere Stimmung, die in der Nacht und am frühen Morgen noch intensiver wurde. Die meisten wollten die Nacht durchmachen, um am Feuer zu sitzen. Die Wölflinge und auch einige andere hielten das jedoch nicht durch und legten sich dann doch in die Schlafsäcke.

Als am Morgen die ersten Sonnenstrahlen durch die Bäume blitzten erwachten aber alle ganz schnell. Nun sollte es zum eigentlichen Ereignis dieses Treffens kommen. Es wurde ein kurzes Frühstück „auf der Hand“ eingenommen und dann starteten wir, manche etwas müde, mit unserer Feier.

Wir versammelten uns alle um das Feuer und einige der Kinder lasen nochmal die Pfadfindergesetze laut vor. Wir wollten jedoch auch ein Zeichen setzen, als Symbol woran sich auch in einigen Jahren die heutigen Wölflinge noch erinnern würden. Somit pflanzte jede Stufe einen neuen Baum dessen Früchte die je-weilige Stufenfarbe haben. Das heißt, die Wölflinge einen Mirabellenbaum, die Juffis einen Pflaumenbaum, die Pfadis einen Apfelbaum, die Rover einen Kirsch-baum und die Leiter einen Walnußbaum. Im Anschluß erhielt jeder einen mit Helium gefüllten Luftballon, an dem eine Postkarte mit der Adresse jedes Teil-

nehmers hing. Gemeinsam erneuerten wir nun alle unserer Versprechen, indem wir gemeinsam sprachen: „Anlässlich des 100jährigen Pfadfinderjubiläums am 1. August 2007 verspreche ich die Pfadfindergesetzte einzuhalten. Herr, laß’ mich die Worte nicht leichtfertig sagen. Und laß’ mich tun, was ich verspreche!“ Hierbei versagte mir fast die Stimme, die Nackenhaare stellten sich auf, weil dies für mich irgendwie ein ganz besonderer Moment war. Wenn man darüber nachdenkt, das zur gleichen Zeit auf der ganzen Welt viele Menschen genau dasselbe tun.

Zum Schluß ließen wir alle die Luftballons los und sie stiegen hinauf in den Him-mel. Jetzt hoffe wir das jemand unserer Karte findet und uns zurück schreibt und wir somit eine weiter schöne Erinnerung an diesen Tag haben!

© Barbara Mertens © Manja Reiners

 


SCOUTING’S SUNRICE am 1. August 2007

Am frühen Abend des 31. Juli trafen wir uns mit den Hellenthaler Pfadfindern am neuen Grundstück im Hinterseiffen, um das 100jährige Bestehen der Pfadfinder zu feiern.

Wir bauten ein Zelt auf, sammelten Holz und zündeten ein Lagerfeuer an, worauf dann Bratwürstchen gegrillt wurden. Zur späteren Stunde gingen dann die ersten Kinder schlafen.

Um Mitternacht brutzelte Arnd uns dann eine Mitternachtspfanne am Lagerfeuer.

Am Morgen war es dann soweit: fast alle Kinder waren verschlafen und nach einem kurzen Frühstück auf der Hand wollten wir das Jubiläum feiern. Wir haben rote Luftballons mit Helium gefüllt und daran hat dann jedes Kind eine eigens gefertigte Postkarte mit den Pfadfinderversprechen geknotet. Dann haben wir gemeinsam folgenden Text gesprochen:

„Anlässlich des 100jährigen Pfadfinderjubiläums am 1. August 2007 verspreche ich die Pfadfindergesetze einzuhalten. Herr, laß’ mich die Worte nicht leichtfertig sagen. Und laß’ mich tun, was ich verspreche!“

Dann haben wir die Ballons gleichzeitig steigen lassen. Da wir unsere Adresse auf die Karte geschrieben haben, erhalten wir vielleicht die ein oder andere als Erinnerung zurück.

Anschließend haben wir noch Bäume für die jeweilige Stufe gepflanzt:

Für die Wölflinge einen Mirabellenbaum, für die Juffis einen Pflaumenbaum, die Pfadis einen Apfelbaum, die Rover einen Kirschbaum und die Leiter einen Wallnussbaum.

Nach dem Aufräumen wurden wir dann wieder von unseren Eltern abgeholt.

Scouting’s Sunrise war ein ganz besonderes Erlebnis und wir waren stolz, dabei gewesen zu sein.

© Mona und Nele Reiners


 Hier die Fotos ...

 

Hellenthaler Pfadfinder Sankt Georg feierten weltweites 100-jähriges Jubiläum der Pfadfinder

 

von MICHAEL HAMACHER

 

HELLENTHAL. Die Nacht zum 1. August völlig ohne oder mit nur wenig Schlaf hatte Spuren bei den jungen Menschen hinterlassen: Verschlafen und müde erhoben sie sich vom nächtlichen Lager, kleideten sich zum Teil um und verzichteten auf die sonst übliche morgendliche Reinigungsprozedur. Mehr oder weniger wortlos verlief das Frühstück, um dann mit den Begleitern und Leitern des Hellenthaler Stammes der Sankt-Georg-Pfadfinder/nnen ein weltweites Fest zu begehen: den 100. Gründungstag der Pfadfinderbewegung am 1. August 1907 bei Sonnenaufgang um genau 8.00 Uhr. Wie die Hellenthaler Pfadfinder feierten rund um den Globus 38 Millionen Pfadfinder aus 155 Nationen und allen Kontinenten (als größte Jugendorganisation) unter dem Motto „Eine Welt – ein Versprechen“ dieses Jubiläum.

 

Einen günstigeren Ort und ein treffenderes Motto für die weltumspannende Aktion „Scouting`s Sunrise“ (Pfadfinder-Zeremonie zum Sonnenaufgang) in der Ortslage Hinterseiffen, von der Firma Schoeller und Dirk Rumpf kostenlos und langfristig zur Verfügung gestellt, hätten die Hellenthaler nicht finden können. Das obligatorische Lagerfeuer, um das herum 1907 die Idee des Pfadfindens geboren und verbreitet wurde, brannte noch vom Vorabend. Als die ersten Sonnenstrahlen gegen 8.00 Uhr in Hinterseiffen durch die Bäume fielen, erneuerten sieben Sankt-Georg-Pfadfinder/innen das  Versprechen für alle Gruppenmitglieder, sich für andere Menschen einzusetzen und das Gesetz der Pfadfinder auch künftig zu befolgen. Zur Bestätigung pflanzten die verschiedenen Altersgruppen, „Wölflinge“  6. – 10. Lebensjahr, „Jungpfadfinder“ 10.-13.,  „Pfadfinder“ 13.- 16., „Rover“ 16. – 20., und auch die Leiter je einen Baum. Das auf einer eigens gestalteten Postkarte schriftlich gegebene Versprechen aller Pfadfinder trugen dann 60 mit Helium gefüllte Luftballons in die Lüfte und damit in die nahe und weite Welt hinaus.

„Es war ein gelungenes und sicher auch würdiges Jubiläumsfest in einer angepassten natürlichen Umgebung, die den jungen Menschen und auch den Begleitern viel Freude bereitet hat“, stellte der Leiter der Hellenthaler Pfadfinder, Arnd van Koll, fest. Und auch Pastor Lothar Tillmann, als geborener Stammeskurat (geistlicher Beistand, die Red.) dem Vorstand der Pfadfinderschaft angehörend, zeigte sich sehr angetan vom Jubiläumsfest der Hellenthaler Pfadfindergruppe und dem stimmungsvollen Morgen, „der passender nicht hätte sein können“.

Die hiesige Gruppe zählt  84 Mitglieder. „Damit stoßen wir an unsere Grenzen; weitere Jugendliche können wir zurzeit nicht aufnehmen“, umschreibt van Koll die Attraktivität der Pfadfinderschaft.

 

Im Kasten

Wir sprachen mit Mareike, 13 Jahre, und seit vier Jahren Mitglied bei den Pfadfindern Sankt Georg Hellenthal.

Rundschau: Mareike, wie lang oder kurz war denn die Nacht? Du bist sichtlich noch etwas müde.

Mareike: Erst um vier am Morgen kehrte Ruhe ein, dann bin ich eingeschlafen.

Rundschau: Was reizt dich denn an der Pfadfinderschaft?

Mareike: Zunächst die Gemeinschaft mit Freundinnen und Freunden, aber auch die vielen Wanderungen und die Zeltlager.

Rundschau: Wie hältst du es mit dem heute erneuerten Versprechen?

Mareike: Ich bin zuversichtlich, was die Zukunft angeht.

Rundschau. Und wie sieht es mit der Hilfe für andere Menschen aus?

Mareike: Das Versprechen umzusetzen fällt nicht immer leicht. Doch ich versuche, in unserer Familie so gut wie möglich zu helfen. Bei Schwierigkeiten kann  ich mich durchsetzen. 

 

Im Kasten:

Die Aktion „Scouting Sunrise““ steht in Deutschland unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler, der selber Pfadfinder war.

Der englische Lord Robert Baden-Powell of Gilwell blies am 1. Augsut 1907 in sein Kudu-Horn und eröffnete damit das erste Zeltlager für Pfadfinder auf Brownsea Island (Südengland). Die Uhr zeigt 8 Uhr am Morgen. Zehn Tage lang erlebten die ersten Pfadfinder, was danach rund 500 Millionen Menschen aus allen Kontinenten begeisterte: Abenteuer, Gemeinschaft und Spaß, jedoch nicht ohne das Versprechen zu tätiger Solidarität und Respekt vor allen Menschen, gleich welcher Nationalität. Seit 1907 dient das alle vier Jahre stattfindende Weltpfadfindertreffen dem friedlichen Nebeneinander von Kulturen, Religionen und Nationen. Das jetzige 100-jährige Jubiläum des Pfadfindertums steht auch im Mittelpunkt des 21. World Scout-Jamborees (Weltpfadfindertreffens) vom 27 Juli bis 8. August 2007 in England. Vor den Toren Londons sind rund 40.000 Scouts (Pfadfinder) und Guids (Führer) aus 150 Ländern zum größten Zeltlager der Welt unter dem Motto „One world – ohne promise“ (Eine Welt – ein Versprechen) versammelt.

Das zentrale Treffen der katholischen Pfadfinder, die alle dem Stamm Sankt Georg angehören, aus dem Bistum Aachen findet in Wegberg bei Mönchengladbach statt.

Welche Bedeutung die weltweite Pfadfinderbewegung genießt, lässt sich an der Tatsache erkennen, dass sie für den diesjährigen Friedens-Nobelpreis vorgeschlagen wurde.